Wie du den perfekten Surfurlaub planst

Das Schicksal, mit dem wir als „landlocked“ Surfer einfach zu hadern haben, ist, dass kein Meer da ist. Dass man keine Wellen in der Nähe hat, in denen man seine Fähigkeiten in der Zwischenzeit aufrecht erhalten und verbessern könnte.

 

Vielleicht warst du schon mal surfen, vielleicht willst du es zum ersten Mal ausprobieren, vielleicht hast du zufällig gerade keine drei Monate Urlaub, um die Zeit zu haben, surfen richtig zu lernen. Dann ist es umso wichtiger, dass du dich auf die wenigen, kostbaren Tage gut vorbereitest, um das Beste aus deinem Surfurlaub hinaus zu holen!

Damit du trotzdem bestens vorbereitet in deinen Surfurlaub starten kannst, und nicht die ersten Tage mit schmerzenden Muskeln und total frustriert aus dem Wasser kommst, habe ich fünf Dinge zusammengefasst, wie du dich auch zuhause, ohne Meer, ohne Wellen und Strand, aufs Surfen vorbereiten kannst! So gewinnst du kostbare Surftage, die dein Körper sonst benötigte, um sich der ungewohnten Belastung (wieder) anzupassen.

1. Fit bleiben!

Waaaahnsinn, was für ein Tipp, oder? :D Aber so offensichtlich es auch ist, eine gut ausgeprägte körperliche Fitness ist wirklich das wichtigste, um gleich wieder zu rocken - im Wasser wie an Land (ihr müsst schließlich das Bord erstmal zum Strand kriegen, und je nach Gegend kann man da schonmal eine Weile durch riesige Sanddünen stapfen). Und auf der anderen Seite ist der geplante Surfurlaub auch eine super Motivation, im Winter Sport zu treiben. Siehst du, Win-Win-Situation!

 

Wichtig: Du solltest verschiedene Bereiche deiner Fitness trainieren:

 

> Ausdauer: Sie bezeichnet das körperliche und psychische Durchhaltevermögen bei langen Belastungen und eine schnelle Erholungsfähigkeit in den Pausen. Und das schöne: Man kann sie eigentlich immer und überall trainieren.

 

Die einfachsten Möglichkeiten sind Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Schwimmen ist deshalb besonders gut, da es im gleichen Element stattfindet wie das Surfen und somit natürlich am nächsten dran ist. Für alle Sportarten braucht man nicht viel Equipment und sie machen (eigentlich :P) Spaß.

 

Tipp Man kann es nicht oft genug sagen: Suche dir einen Trainingsgenossen. Denn zu zweit zu trainieren macht mehr Spaß, und man spornt sich gegenseitig an.

 

 

> Kraft & Kraftausdauer: Beim Surfen bedarf es einer allgemein guten Körperspannung und Kraft, besonders in den Armen beim Paddeln, aber auch im Bein- und Rumpfbereich für einen schnellen Take-Off. Kraft ist die Fähigkeit unserer Muskeln, einem möglichst hohen Widerstand entgegenzuwirken und zu halten.

 

Kraft(ausdauer) kannst du mit regelmäßigem kurzem und intensivem Training super zuhause zwischendurch trainieren.

 

 

 

> Gleichgewicht & Beweglichkeit: Wenn deine Muskeln sich verkürzen und du keinen Gleichgewichtssinn hast, dann ist das Surfen wahrscheinlich anstrengender und schwieriger als es eh schon ist.

 

Die beste Sportart um den Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit zu fördern, und noch dazu den ganzen Körper zu kräftigen, ist und bleibt meiner Meinung nach Yoga. Wenn du ein Neuling in dem Bereich bist, hilft vielleicht ein geführter Kurs oder eine App (z.B. Daily Yoga, die viele gratis Sessions anbieten, oder Yoga Studio). Außerdem ist Yoga eine gute Möglichkeit, um abzuschalten, sich zu entspannen und nur mit sich selbst zu sein. Und es ist der perfekte Ausgleich für Sportarten wie Surfen, Laufen oder Schwimmen.

 

Dazu sind natürlich auch Übungen mit einem Indo-Board (kleines Board auf einer Rolle) oder ähnlichem gut geeignet, wenn du so etwas hast.

 

Tipp Sich nach jedem Training ein bisschen zu dehnen hilft den Muskeln bei der Regeneration und beugt einer Muskelverkürzung vor.

 

2. Dir den richtigen Kraftstoff zuführen

 

Jaa, ich habe absichtlich dieses Wort für „Essen“ verwendet. Gesunde, energiespendende Nahrung ist essentiell für einen leistungsfähigen Körper und eine wichtige Ergänzung zu deinem Sportprogramm. Stell dir vor, ungesundes Essen ist verschenkte Zeit: Du musst dich mehr anstrengen, da es deinen Körper schwächt, und außerdem sind ein paar zusätzliche Fettpölsterchen auf dem Surfbrett auch nicht zu deinem Vorteil.

Achte auf unverarbeitete und frische Nahrung und lass raffinierten Zucker und Weißmehl weg. Aber das solltest du sowieso. (Hier erkläre ich dir nocheinmal genauer, wieso.)

 

Zwischen Mahlzeit und Sport sollten zwei Stunden Zeit liegen, damit dein Körper verdauen kann. Wenn du direkt nach dem Essen Sport machst, kann der Körper keine Höchstleistung erbringen, da er zu viel Energie zusätzlich für die Verdauung aufwenden muss! Genügend Inspiration für gesunde Rezepte und Ernährung findest du bei mir unter Food.

3. Gut geplant ist halb gereist.

 

Überlege dir vorher, wie du den Urlaub ungefähr gestalten willst. Mit wem fährst du? Wie kommst du hin? Hast du ein Surfbrett, leihst du dir eines oder belegst du einen Kurs? In Südportugal oder Frankreich brauchst du hier nicht viel recherchieren, da findest du Verleihe und Surfschulen an jedem Strand. Aber je nach Destination ist es vielleicht gut, diese Dinge vorher zu wissen.

 

Wenn du einen Surfkurs machen möchtest, ist es vielleicht auch hilfreich, zuvor schon mal Erfahrungsberichte zu Surfschulen zu recherchieren. Denn auch hier verbergen sich wahre Goldschätze und komplette Nieten. Eine gute Surfschule kann einen riesen Unterschied machen, sowohl für deine Fortschritte als auch für deinen Spaß! Findest du vorher heraus, was deinen Vorstellungen entspricht, ersparst du dir vielleicht unnötiges Suchen oder Enttäuschtsein vor Ort.

 

Checke außerdem die Wetter- und Wellenvorhersage für die nächsten Tage, um dich mental darauf einzustellen, was dich erwartet. Sollte es an „deinem“ Strand mal zu heftig oder so langweilig für deine Fähigkeiten sein, kannst du so direkt an einen anderen ausweichen.

 

Wenn du möchtest, kannst du dich auch mental auf das Surfen selber vorbereiten. In Lehrbüchern, wie meinem persönlichen Liebling Wave Culture Surfcoach, findest du alle Informationen über das Surfen. Hier kannst du dich auf bestimmte Techniken und Fälle theoretisch vorbereiten und einlesen, die du dann im Wasser gleich umsetzen kannst.

 

Und zum Schluss gilt: mach dir einen Plan, aber klammere dich nicht an ihm fest! Es ist gut, sich zu informieren und vorbereitet zu sein, aber das richtige Maß an Spontaneität darf im Urlaub nicht fehlen. Wenn etwas nicht so klappt wie vorgenommen – egal! Du hast URLAUB und das ist wunderschön, also lass dich einfach treiben und genieße, was kommt.

4. Motivation & Vorfreude

 

Stelle dich seelisch auf das ein, was kommt. Denn Vorfreude ist die schönste Freude!

Schnappe dir eine(n) Freund(in) und schaut euch einen coolen Surffilm an! Blättere durch Surfmagazine, schau dir Bücher an, verfolge Surfwettkämpfe im Internet oder Fernsehen! Komm richtig in Surf-Stimmung und lass dich mitreißen von der wohl coolsten Lebenseinstellung der Welt. Dann kannst du dich noch vielmehr darauf freuen, dich endlich in das salzige Chaos zu stürzen! :-)

5. Let it go, let it flow.

 

Last but not least: Mach dich locker. Du hast jetzt alles vorbereitet und bist in Top-Form, quillst über von Reiselust und Surfen-wollen, und das ist super. Aber wie in Punkt 3 schon erwähnt: Das Loslassen und Lockermachen trägt sehr zu einer tollen Zeit bei. Glaub mir. Das Meer ist keine Wettkampfarena, auch wenn das einige Surfer denken mögen. Surft miteinander, nicht gegeneinander. Ehrgeiz ist etwas Gutes, aber nicht im Übermaß. Solidarität über Egoismus, gegenseitiger Ansporn über Konkurrenzkampf.

Und das wichtigste: Spaß haben!

Was berücksichtigt ihr noch so bei der Planung eures nächsten Surftrips? Schreibt mir gerne in den Kommentaren oder privat!

T E I L E  D I E S E N  A R T I K E L :

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