Surfen in Frankreich Teil 2: Die besten Surfspots an Frankreichs Atlantikküste

Was ist der besondere Zauber, dem Frankreich seinen populären Status verleiht? Vielleicht sind es die kilometerlangen, scheinbar endlosen Sandstrände, die Pinienwälder und Dünenlandschaften, vielleicht der entspannte Flair, der selbst an den Hotspots herrscht, vielleicht die Abwechslung von verschlafenen, romantischen Dörfern und lebendigen Städten mit aufregendem Nachtleben. Vielleicht ist es das gute Wetter, der konstante, kräftige Beachbreak, der die Küste das ganze Jahr über mit guten Wellen versorgt, vielleicht die vielen netten Menschen und das gute Essen und frische Obst. Vielleicht ist es einfach die Kombination aus allem. 

 

Aber eines ist sicher: Surfen in Frankreich ist eine Gelegenheit, die man sich allein aufgrund der Nähe und Vielfalt nicht entgehen lassen sollte!

Die verschiedenen Surfspots

Frankreich verfügt über verschiedene Küsten: Im Norden die Küste am Ärmelkanal, die sich von der Bretagne bis nach Belgien erstreckt, im Süden die Mittelmeerküste und im Westen die Atlantikküste. Alle diese Küsten sind auf ihre eigene Art einzigartig und besonders, zum Surfen eignet sich jedoch vor allem die Atlantikküste

Diese unterteilt sich in vier Regionen (von nord nach süd): die Bretagne, die Côte de Lumière, Côte d’Argent und Côte Basque

Die Bretagne

Die Bretagne ist bekannt für ihre raue Landschaft und die felsigen Klippen. So beeindruckend das zum ansehen ist, so rau ist leider auch das Klima, sodass selbst im Sommer das Wasser recht frisch bleibt und ein langer, gegebenenfalls etwas dickerer Neoprenanzug nötig ist.

 

Wer das kalte Wasser nicht scheut, der findet hier jedoch beeindruckende Natur und wenig bevölkerte Strände und Wellen. Allerdings sind die Wellenbedingungen (zumindest im Sommer) nicht so stabil wie in den südlicheren Gegenden und die Qualität der Wellen auch meistens nicht so hoch. Zudem kann der felsige Untergrund einiger Riffe zwar guten Reefbreaks dienen, birgt aber ebenso auch eine höhere Gefahrenquelle für Verletzungen als die Beachbreaks.

 

Wellen bin ich in der Bretagne zwar noch nie geritten - dafür aber Pferde! Ich sag's euch, das war der reinste Traum! Das Bild ist leider schon älter, daher die schlechte Qualität, aber die Schönheit dieses Ortes lässt sich erkennen, oder? 

Côte de Lumière

Die Côte de Lumière ist der Übergang von der rauen Bretagne zur sandigen Côte d’Argent. Hier sind die Wellenbedingungen schon stabiler als in der Bretagne, aber auch hier gilt: Für den besten Swell bei erträglichen Wassertemperaturen sucht man diese Gegend am besten im Frühling oder Herbst auf. Die Küste bietet eine schöne Abwechslung von guten Beach- und Reefbreaks, besonders die Inseln Ile de Ré und Ile d’Oleron sind bei französischen Surfern sehr beliebt.

Côte d'argent

Geht man weiter in den Süden, kommt man an die berühmte Côte d’Argent, die wohl die bekanntesten und beliebtesten Surf-Hotspots der Küste beherbergt. Das liegt nicht nur an dem kräftigen Swell, der hier das ganze Jahr über für geniale und bis zu acht Meter hohe Wellen sorgt, sondern auch an den traumhaften Dünen- und Pinienwaldlandschaften und endlosen Sandstränden, für die diese Gegend berühmt ist. Man findet hier, an der Seite des längsten Sandstrands Europas, ausschließlich (exzellente) Beachbreaks. Aufgrund von außergewöhnlichen, geografischen Gegebenheiten wie dem Zusammenspiel von Golfstrom, Stürmen, die vom Atlantik ihre Wellen ungehindert auf die Küste loslassen, und unterschiedlicher Formation der Sandbänke reiht sich hier ein guter Surfspot an den Nächsten.

 

Die Côte d’Argent erfreut sich einer großen internationalen Bekannt- und Beliebtheit, vielleicht sogar der größten in Europa. Orte wie Lacanau im Norden des Küstenabschnitts, Hossegor, einer der berühmtesten Beachbreaks der Welt, und Capbreton ganz im Süden werden jedes Jahr zum Pilgerziel von Surfern aus aller Welt. 

 

Hossegor ist weltweit für seine Wellen La Gravière (= die Heftige) und Le Nord bekannt. Wie der Name schon sagt, wird La Gravière erst bei zunehmendem Swell richtig interessant, hier brechen sich in den Wintermonaten meterhohe Tubes. Le Nord liegt etwas weiter im Meer, wo sich aufgrund einer großen Sandbank unter Wasser die Wellen zu 4-8 Metern Höhe auftürmen. Zu gerne würde ich das mal sehen, aber leider habe ich bis jetzt nur darüber gelesen. Denn: dies ist nur in den Wintermonaten der Fall. Im Sommer findet man hier niedrigere Wellen, bei denen für jedes Surfniveau etwas dabei ist! Des Weiteren punktet Hossegor, wie alle bekannten Surfer-Orte in der Umgebung, neben den Wellen mit zahlreichen kulinarischen Möglichkeiten, einem lebendigen Nachtleben und Unterkünften aller Art. Auch haben alle großen Surf-Firmen wie Billabong, Rip Curl oder Quiksilver hier ihre Hauptquartiere und Outlet-Stores.

 

Die beste Reisezeit in dieser Gegend ist Ende August bis Oktober, wenn Wassertemperaturen und Wetter noch angenehm warm sind, die ersten Herbststürme aber schon für gute Wellen sorgen. Im Sommer kann hier ein kurzer Neoprenanzug getragen werden, oft reichen in den heißen Monaten sogar Badeanzug/Shorts. Im Herbst dagegen muss ein langer Neoprenanzug her, im Winter ein dicker Anzug und Neopren-Booties. 

Côte Basque

Der letzte Abschnitt der französischen Atlantikküste ist die Côte Basque, das Baskenland, das sich übrigens bis nach Spanien hineinzieht. Hier nähern wir uns also schon der spanischen Grenze und den Pyrenäen, was sich sofort durch eine zunehmend grünere und hügeligere Landschaft bemerkbar macht.

Die Ortschaften sind jetzt durch die baskische Architektur von einem romantischen Charme geprägt, unter den Wellen findet man wieder Beach- und Reefbreaks. Biarritz ist die bekannteste Stadt der Gegend und zählt auch zu den Touristen- und Surfhochburgen Europas. Ghuétary soll dagegen der schönste Ort der Côte Basque sein und ist außerdem Big Wave Spot, für Anfänger jedoch ungeeignet. Von der Reisezeit und dem Dresscode zählt hier das gleiche wie für die Côte d’Argent.

Die Wahl des richtigen Surfspots

In Frankreich gibt es eine Riesenauswahl an unterschiedlichen Surfspots. Welcher Surfspot ist jetzt der richtige für mich? 

Hier kommt es ganz darauf an, was du suchst: Surf & Party oder Surf & Chill? Sandstrände oder raue Riffe und Klippen? Wellen nur zum Spaß haben oder richtige Herausforderungen? Je nachdem, wie dein Niveau und deine Vorstellung eines perfekten Urlaubsortes sind, kannst du unter zahlreichen Spots aussuchen. 

 

Generell gilt: viele Menschen findest du natürlich in der Umgebung der Hotspots, ein ruhigeres Ambiente findest du eher Richtung Norden. Ich war zum Beispiel letzten Sommer in Le Porge Océan, eine knappe halbe Stunde südlich von Lacanau-Océan. Ein Surflehrer dort hat mir erzählt, dass diese Gegend noch als Geheimtipp unter den Surfern gilt – sogar in der Hauptsaison findest du hier morgens schonmal menschenleere Wellen an, die aber von bester Qualität sind. Geheimtipp rausposaunt, ups. Die Gegend ist auf jeden Fall auch für alle zu empfehlen, die entspannte Abende am Lagerfeuer am Strand einer wilden Partynacht vorziehen. Wir hatten auf dem Campingplatz Camping La Gringe, der direkt eine große Düne vom Meer entfernt im Pinienwald liegt, eine super Zeit. Strand, Surfen, Hängematte, Lagerfeuer, mit dem Wellenrauschen einschlafen – was will man me(e)hr?

 

Der Crowd-Faktor ist in der Gegend von Hossegor natürlich viel höher – der Fun-Faktor dafür aber auch. Alle, die neben guten Wellen auch Unterhaltung, Nachtleben, Restaurants und Shoppingmöglichkeiten suchen, sind hier gut aufgehoben. Dafür sind Lagerfeuer am Strand hier verboten, und das wird auch streng kontrolliert. Natürlich kann man auch hier seine Ruhe haben, man muss aber schon früher aufstehen dafür und die ruhigeren Strände aufsuchen. Sehr ruhig habe ich hier zum Beispiel den Plage des Casernes erlebt. Der nördlichste Strand von der Gegend von Hossegor ist ein reiner Surfstrand (keine Securité - Baden offiziell verboten (ein bisschen planschen am Rand ist okay, aber aufpassen mit der Strömung!) und selbst Surfer sind hier verhältnismäßig wenige zu finden.

 

Ich hätte fast gesagt, jeder Spot hat seine Vor- und Nachteile, aber ehrlich gesagt wäre der Begriff Nachteil nicht angemessen. Denn wunderschön sind diese Orte und Gegenden alle und jede hat ihren eigenen Charme. Nicht ohne Grund ist Frankreichs Atlantikküste (nicht nur zu) zu meinem absoluten Happy-Place geworden! Für genaue Infos zu jedem einzelnen Surfspot gibt die Internetseite von Wave Culture Auskunft.

Ich selbst war an Frankreichs Atlantikküste in Vieux Boucau, St. Girons und Hossegor/Seignosse (Côte d'Argent) und in Le Porge Océan (Côte de Lumière) surfen. Am besten gefallen hat es mir bis jetzt in Hossegor und Seignosse, was schließlich kein großes Geheimnis ist, haha. Die Surfschulen sind überall ähnlich, aber worauf du achten kannst, wenn du eine gute Surfschule in Frankreich suchst, das verrate ich dir im nächsten Teil! Also bleib dabei :)

 

An welchen Surfspots in Frankreich warst du surfen? Welche haben dir am besten gefallen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

 

 

Ganz liebe Grüße, Hannah xx

 

Teil 1: Ein Vorwort - Was mich an Frankreichs Küste so verzaubert hat

Teil 3: Surfschule, Surfcamp oder Surflodge? Die unterschiedlichen Arten von Surftrips

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Kommentare: 2
  • #1

    Franzi (Samstag, 16 September 2017 23:22)

    Ich wollte unbedingt mal einen Roadtrip an der Atlantik Küste Frankreichs entlang machen ! Du machst mir definitiv viel Lust darauf, ich würde dann aber wie du auf dem ersten Bild lieber Pferde als Wellen reiten :P

    Welche Dörfer/Städte auch unabhängig vom Surfen kannst du denn empfehlen? :)

    Lieben Gruß!

  • #2

    Hannah I Autorin (Sonntag, 17 September 2017 12:54)

    Hallo Franzi, also auch unabhängig vom Surfen ist eigentlich die ganze Küste wunderschön. In der Bretagne ist die Halbinsel von Crozon total schön (da kann man auch reiten :D), Bordeaux (ist nicht direkt an der Küste aber eine total schön Stadt, absolut besuchenswert!), nach wie vor Hossegor und Capbreton (liegt genau neben Hossegor) und St. Sebastian, auch wenn das schon in Spanien liegt :) Ansonsten finde ich die ganzen Dörfchen relativ ähnlich, das schöne ist eigentlich die Küste selbst, die endlosen Pinienwälder, und und und :)
    Liebe Grüße, Hannah